Aktuelle Meldung

Sechs Projekte für bessere Luft?

Esslingen-Feinstaub-Lärm e. V. begrüßt die angekündigten Maßnahmen der Stadt Esslingen zur Verbesserung der schlechten Luftqualität, bleibt jedoch skeptisch. Alte Versprechen zur Verbesserung der Feinstaubsituation werden bis heute nicht gehalten. Und das, obwohl absehbar ist, dass die Grenzwerte 2017 öfter überschritten werden als erlaubt. Bei NO2 wurde der EU-Grenzwert 2016 deutlich überschritten. Deshalb hat die Deutsche Umwelthilfe ein formelles Verfahren gegen Esslingen eingeleitet. Beim hochgiftigen und krebserregenden Benzo(a)pyren weist Esslingen den höchsten gemessenen Wert im städtischen Innenbereich in Baden-Württemberg auf. Benzo(a)pyren wird hauptsächlich von Holzheizungen emittiert und zu einem Teil von Dieselfahrzeugen.

Positiv sehen wir, dass die Stadt die elektrische Busflotte ausbauen will.
Dem stehen aber zahlreiche Rückschritte gegenüber:

- Die wichtigste überregionale Fahrradverbindung wurde am Neckar gekappt.
- Die Zusammenarbeit mit Radfahrverbänden wurde seitens der Stadt ausgesetzt.
- Mittel zur Verbesserung der Radinfrastruktur wurden 2016 nicht ausgegeben.
- Das Verbrennungsverbot (Holz/Kohle) wird nicht durchgesetzt.
- Eine wichtige Frischluftschneise soll durch Bebauung unterbrochen werden.
- Durch geplante Bebauungen von Naherholungsgebieten wird die Situation bei Verkehr und Frischluftzufuhr weiter verschärft werden.
Die Zeit für vollmundige Versprechungen ist abgelaufen!

Feinstaubverursacher

Emissionskataster (Ba-Wü)

Kataster von 2012 (veröffentlicht 2015), neue Version Anfang 2017.

PM10 - schädigt Atemwege und Lunge (Entzündungen, COPD, Lungenkrebs)

Straßenverkehr 30 %
Holzheizungen 22 %
Landwirtschaft/Tierhaltung 17 %
Baumaschinen und andere mobile Maschinen/Geräte 11 %
Industrie 10 %
restliche Einzelemittenten 10 %

PM2.5 - schädigt Lunge (COPD, Lungenkrebs), Herz, Gefäße, Kreislauf

Holzheizungen 39 %
Straßenverkehr 23 %
Baumaschinen und andere mobile Maschinen/Geräte 20 %
Industrie 9 %
Landwirtschaft/Tierhaltung 6 %
restliche Einzelemittenten 3 %

PM=Particulate Matter (Partikelgröße): PM10=Partikel kleiner 10 Mikrometer
PM2.5=Partikel kleiner 2,5 Mikrometer

Junge inhaliert

„Insbesondere die Verbrennung von Holz verursacht darüber hinaus bei Flourwasserstoff, Chlorwasserstoff, Benzol, dem krebserregenden Benzo(a)pyren, den Schwermetallen Cadmium, Blei, Chrom und Kupfer sowie den polychlorierten Dioxinen und Furanen hohe Emissionsfrachten.“ Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg

Impressum/Kontakt