Holzofen, Kamin, Holzheizung

Deutsche Umwelthilfe:

Holzöfen – Ein Problem für Gesundheit und Klima

Das Heizen mit Holz erfreut sich wachsender Beliebtheit. Die Nutzung von Holzfeuer verspricht einen günstigen Brennstoff, CO2-neutrale Wärme und Gemütlichkeit.

Die Deutsche Umwelthilfe weist darauf hin, dass das Heizen mit dem nachwachsenden Rohstoff auch seine Schattenseiten hat: „Allein in Deutschland verursachen Holzfeuerungsanlagen rund 28.000 Tonnen gesundheitsgefährdenden Feinstaub pro Jahr – mehr als aus den Auspuffen von Pkw, Lkw und Motorrädern stammt. Bereits jetzt sind private Feuerungsanlagen für rund 56% der Rußemissionen in Europa verantwortlich. Experten erwarten einen Anstieg auf knapp 70% im Jahr 2030. Ruß gilt mittlerweile nach CO2 als der zweitgrößte Klimatreiber – Holzöfen und -kessel sind somit keineswegs klimaneutrale Heizquellen.“

 

Bundesamt für Umwelt BAfU, schweizerische Eidgenossenschaft

Gesundheitsgefährdung
Holzfeuerung vs. Dieselabgas

Kaminqualm Feinstaub aus dem Kamin von unter Prüfstandsbedingungen betriebenen Kleinfeuerungen mit Holz weisen eine vergleichbare Zelltoxizität und Chromosomenschädigung auf wie Dieselruß.
Der rußartige Holzstaub aus sehr unvollständiger Verbrennung von Holz in einem schlecht betriebenen Holzofen ist rund zehnmal wirksamer in Bezug auf Zelltoxizität und Chromosomenschädigung als Dieselruß. Dieser Holzruß ist somit rund zwei Größenordnungen zelltoxischer als salzartiger Holzstaub aus einer korrekt betriebenen automatischen Holzfeuerung.

Lungengängiger Feinstaub kleiner 10 Mikrometer (PM10) gilt in Bezug auf das Gesundheitsschädigungspotenzial als wichtigster Schadstoff respektive als bedeutender Indikator der Luftqualität. Da die Immissionsgrenzwerte an PM10 im Winterhalbjahr regelmäßig überschritten werden, sind Maßnahmen zur Feinstaubminderung notwendig. Unter den Feinstäuben gelten die Verbrennungsaerosole als besonders gesundheitsrelevant. Hauptquellen der Verbrennungsaerosole sind die Dieselmotoren und die Holzverbrennung durch Holzfeuerungen und offene Feuer. Entsprechend umfasst der Maßnahmenplan Luftreinhaltung des Bundes Maßnahmen für Dieselmotoren, für handbeschickte und automatische Holzfeuerungen sowie für offene Feuer.

 

Institut für Feuerungs- und Kraftwerkstechnik an der Uni Stuttgart

Pelletheizungen emittieren bis zu 1200-fach mehr Feinstaub als Ölheizungen

„Beim Pelletkessel liegen die Gesamtstaubemissionen im günstigeren Fall (stationärer Dauerbetrieb bei voller Auslastung) um den Faktor von rund 450 höher als beim Ölkessel mit Heizöl EL schwefelarm. Bereits beim Betrieb mit dem Wärmebedarfsprofil mit durchschnittlicher Kesselauslastung von 44 Prozent liegen die Gesamtstaubemissionen des Pelletkessels um den Faktor von rund 1200 höher als die des Ölkessels mit Heizöl EL schwefelarm bei gleicher Betriebsweise.“ Im Auftrag von IWO wurden am Institut für Feuerungs- und Kraftwerkstechnik (IFK) unter Federführung von Dr. Michael Struschka in einer Versuchsreihe die Feinstaubemissionsfaktoren von Heizkesseln im kleinen Leistungsbereich bis 20 kW mit unterschiedlichen Brennstoffen ermittelt.

 

Impressum/Kontakt